Pädagogische Hochschule Heidelberg Florian Stricker
Ensembleleitung 2
♩ = 90 BPM
2er · 5/8 · 3+2
Prioritäten
1
Inneres Metrum
Das Fundament jeder Probe: Spüren Sie den Puls innerlich, bevor der erste Ton erklingt. Bei irregulären Taktarten ist dieses innere Verinnerlichen besonders entscheidend – die unterschiedlich langen Zählzeiten müssen körperlich verankert sein, bevor sie gezeigt werden können.
2
Schlagebene
Alle Schlagpunkte liegen auf Bauchnabelhöhe – auch bei irregulären Taktarten. Die unterschiedlichen Zeitwerte zeigen sich ausschließlich in der Geschwindigkeit der Bewegung zwischen den Schlagpunkten, nicht in deren Position.
3
Antizipation
Das Ensemble sieht den nächsten musikalischen Moment bereits im Entstehen. Bei irregulären Taktarten ist die Antizipation noch bedeutsamer: Eine verlängerte Zählzeit kündigt sich in der Vorbereitung an – das Ensemble muss wissen, wann der nächste Schlag kommt, bevor er fällt.
4
Intention
Wie soll dieser Klang sein? Die Schlagfigur bleibt dieselbe – die Intention verändert den Klang: pointiert · weich · schwer · leicht · fließend · scharf · zart · drängend. Ohne klare Intention bleibt die Geste bedeutungslos, auch in der komplexesten Taktart.
5
Irreguläre Taktarten
Bei zusammengesetzten Taktarten wie 5/8, 7/8 oder 11/8 zeigt die Schlagbewegung die Unterteilung durch ihre Geschwindigkeit: Eine Dreiergruppe (3♪) dauert länger als eine Zweiergruppe (2♪) – im Verhältnis 3:2. Das Schlagbild selbst bleibt formal dasselbe; nur die Zeitverhältnisse zwischen den Schlagpunkten ändern sich.
Selbstcheck